Woidling

WAS WIR MACHEN

- WER WIR SIND -

Das Woidling-Biotop befindet sich zwischen Maresberg und der Messerschmidtmühle im Landkreis Freyung-Grafenau. Vor etwa 30 Jahren wurde dort inmitten landwirtschaftlicher Nutzflächen ein Schutzraum für Tiere und Planzen angelegt. Hier ist unser Basislager. Für Teilnehmer stehen dort vier Zelte für je 3 Personen zur Verfügung. Weitere Ansichten unseres Biotops finden man hier: Link zu unserem Woidling-Biotop

Für unsere Ahnen war es eine Selbstverständlichkeit in der Natur zu leben: sie kannten essbare und heilende Pflanzen, konnten Tiere jagen, wussten welche Materialien sich eignen, um Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände herzustellen. Kurz: Sie brauchten nicht mehr als Mutter Erde ihnen gab.

Je weiter indigene Kulturen zurückgedrängt wurden, desto weniger blieb von diesem Wissen übrig. Als Wildnisschule stehen wir in der Nachfolge von Stalking Wolf, Tom Brown Jr. und Jon Young. Wir versuchen das noch vorhandene Wissen alter nativer Kulturen zu wahren und wieder unter den Menschen zu verbreiten.

Die Ziele, welche wir dadurch verfolgen sind:

 

  • Kennen der heimischen Natur
  • friedvolles Zusammenleben in der Gesellschaft
  • Respekt vor allem Leben
  • Erhalt nativen Kulturwissens
  • individuelle Stärken und Selbstbewusstsein eines Jeden fördern

 

Erreicht werden diese Ziele mithilfe der Wildnispädagogik, dem sog. Coyote-Mentoring. Ein Grundpfeiler ihrer Methodik ist eine tiefe Verbindung mit der Natur, die durch ausgeprägte Naturstudien, Überlebenstraining, einer Erhöhung der Wahrnehmung, sowohl auf der körperlichen als auch der spirituellen Ebene erzielt wird. Dabei grundlegend ist die Geisteshaltung der Dankbarkeit.

Coyote - Teaching (ich bevorzuge den Begriff Coyote - Mentoring) ist ein ziemlich treffender Kunstbegriff für die uralte Art des Lehrens bei nativen Völkern. Diese bauen keine Schulen und niemand wird durch seine Ausbildung zum Lehrer. Grundsätzlich kann jeder der Lehrer des Anderen sein.

Coyote - Mentoring basiert auf Neugier und Motivation. Es ist wichtig, dass der Lernende eigene, tiefgehende Erfahrungen macht. Daher kennt der gute Coyote - Mentor niemals die richtigte Antwort (natürlich kennt er sie vielleicht aber er verrät sie nicht, da das seinem Lehrling die Möglichkeit des Erforschens nimmt, ihn also um die Möglichkeit bringt, eigene Erfahrungen zu machen), sondern führt seinen Schüler durch die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen an sein Ziel.

 

Beispiel Feuermachen

Der Mentor versucht die Neugier des Lernenden zu wecken. Er setzt sich also gut sichtbar für seinen Schüler hin, packt sein Feuerbohrset aus und beginnt damit Glut zu reiben. Er merkt wie sich der Schüler interessiert nähert, packt die Glut in ein Zundernest, bläst es an und legt es dann unter den vorbereitete Anzündholz. Der Schüler ist beeindruckt. Er fragt: "Kann ich das auch lernen?" "Na klar kannst du das", versichert der Mentor und zeigt ihm noch einmal kurz sein Set mit den Worten: "Alles was du brauchst ist das hier." Danach packt er es für immer weg, während der Schüler schon auf dem Weg in den Wald ist, um sich Holz zu besorgen aus dem er eine Bow-Drill-Set anfertigen will.

Natürlich gelingt es dem Schüler nicht. Er hat es ja nur einmal gesehen und der Kojote zeigt es ihm nicht noch einmal. Doch der Schüler probiert - wenn er es wirklich lernen will - immer und immer wieder, nimmt Anpassungen vor und macht Fortschritte. Und jedesmal wenn der Mentor merkt, dass der Lehrling am verzweifeln ist, steht er ihm mit einer Frage (nie mit einer Antwort!) zur Seite, die den Schüler wieder ein Stück voranbringt.

Hat er am Ende sein Ziel erreicht und kann mit dem Feuerbohrer bei jedem Wetter Feuer machen, so ist der Lernende einen langen Weg mit vielen für ihn wichtigen Erfahrungen gegangen, wobei er sich sowohl kognitives Wissen als auch Charakterstärke angeeignet hat. Er hat nicht nur gelernt Feuer zu machen, er hat auch etwas über die Eigenschaften unterschiedlicher Hölzer gelernt und sich dabei wiederum die Erkennungsmerkmale von Bäumen angeeignet. Er hat Körperkraft entwickelt (wer's nicht glaubt, der bohre bitte ein Feuer) und seine Feinmotorik beim Schitzen geschult. Außerdem hat er gelernt zu scheitern, trotzdem nicht aufzugeben und sich an sein Ziel durchzubeißen.

Ach übrigens, sollte der Mentor zu beginn seiner Aktion sein Feuer gebohrt haben, ohne dass der Mentee darauf angesprungen ist, dann ist es dem Kojoten auch egal, denn er weiß, der Junge (oder das Mädchen) würde diese Kunst ohnehin nicht verinnerlichen oder die Hürde des Scheiterns überwinden, wenn er/sie nicht absolut bereit ist, das Feuermachen unbedingt lernen zu wollen.

Erfahren Sie auch:

Link: WER WIR SIND

Link: WAS WIR BIETEN

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